Nachtest zum SuperTalent FlashDrive - Die Alltagstauglichkeit

Artikelbild

Dieser Test hat dem Media-Planet-Team viele neue Erkenntnisse gebracht. Hätten wir doch nicht erwartet, dass die Flashdisk trotz der niedrigen Transferrate von ca. 12MB/s sich so gut schlägt, doch mehr dazu in den folgenden Abschnitten.
Getestet haben wir mit einem auf beiden Festplatten gleich installiertem Arch Linux. Als Testrechner diente ein Notebook – das ASUS A8JC-H001H. Um auf ein ausgewogenes Gesamtfazit zu kommen haben wir die beiden Technologien in verschiedenen Disziplinen antreten lassen, die da wären: theoretische Benchmarks, der Bootvorgang und alltägliches Arbeiten, ein Spiel, Office und noch einige Tests, die nichts mit der Performance selber zu tun haben. Kommen wir nun zur ersten Disziplin.

theoretische Benchmarks

Getestet haben wir hier mit dem Tool bonnie++, welches die Lese- und Schreibgeschwindigkeit bestimmen kann. Eine eindeutige Aussage kann auch dieses Programm nicht geben, da solche theoretischen Tests immer mit Vorsicht zu genießen sind. Hier wurden noch einmal die Ergebnisse aus dem ersten Teil unseres Tests bestätigt. Das Flashdrive schreibt Daten mit 6,9MB/s und ließt diese wiederum mit 11,6MB/s. Die herkömmliche Festplatte dagegen erreichte beim Lesen 21,4MB/s und beim Schreiben sogar eigenartig hohe 25,3MB/s. Dies kann aber wie gesagt am Benchmark selber liegen. Dennoch sind die Unterschiede zwischen den beiden Speichermedien deutlich erkennbar und so könnte man zu dem Fazit kommen, dass man diesen Unterschied beim alltäglichen Arbeiten doch spüren sollte.

Der Bootvorgang und alltägliches Arbeiten

Die Installation von Arch Linux verlief nach subjektivem Eindruck genauso schnell wie auf der HDD. Der Bootvorgang des Betriebssystems dauerte mit beiden Festplatten gleich lang und auch die grafische Oberfläche startete in der selben Zeit. Beim Arbeiten am Notebook sind ebenso keine besonderen Geschwindigkeiseinbußen aufgetreten. Lösch-, Schreib- und Lesevorgänge im Dateimanager, als auch auf der Konsole, waren subjektiv gleich und der tatsächliche Unterschied sollte im Bereich von Messungenauigkeiten liegen. Da unser Testexemplar des Flash-Drives nur 8GB groß ist, können wir leider keine genauere Angaben zu großen Datenmengen machen. Sicherlich wird man bei einer Filme- oder MP3-Sammlung, die einen zweistelligen Gigabyte-Bereich erreicht, Unterschiede feststellen können, denn wir glauben nicht, dass hier die Zugriffszeit die geringere Lesegeschwindigkeit ausgleichen kann. Dennoch bleibt festzuhalten, solche Verwendungszwecke stellen noch und vermutlich auch nicht in naher Zukunft den Einsatzzweck dieses neuen "Mediums" dar.

Spiele und Office

Auch hier gab es keine großen Überraschungen. Die Flashspeicher-Platte war mit der Konkurrenz auf gleichem Niveau. Quake 3 Arena startete auf beiden Konfigurationen gleich schnell, die Framezahlen waren identisch. Dies dürfte im Idealfall auch nicht anders sein, da eine Festplatte bei der Geschwindigkeit eines Spieles keine Rolle spielen sollte. Nur Ladevorgänge könnten hier beeinflusst werden. Beim Start von OpenOffice 2.0.2 war ebenfalls kein Unterschied festzustellen, in jeweils knapp 9s war es fertig geladen.

Stromverbrauch der SSD

Hier haben wir noch einmal den Test mit dem neuen Notebook wiederholt und dieses Mal einen Unterschied bei der Leistungsaufnahme (1 Watt) festgestellt. Mit dem FIDE betrug der Stromhunger 17 Watt, mit der normalen HDD demzufolge 18 Watt. Der Idle-Betrieb verlängerte sich in unserem Test bei 98% Akkustand von 3h und 39min um 15min auf 3h und 54min. Dies entspricht einer Laufzeitverlängerung von immerhin knapp 7%.

Bevor wir nun zum endgültigen Fazit kommen, möchten wir noch auf ein paar Dinge näher eingehen. Zum einen besitzt auch das Flash-Drive die Möglichkeit in den Standby-Modus geschickt zu werden. Jedoch konnten wir hier keine Verringerung der Leistungsaufnahme feststellen. Dies lässt sich wohl so erklären, dass hier keine Motoren oder ähnliches angehalten werden können, wodurch dann Strom gespart wird.
Des Weiteren sind wir auf den Fakt gekommen, dass eine Datenwiederherstellung bei versehentlichen Löschen oder ähnliches nicht möglich ist, da es sich hier ja um einen flüchtigen Speicher handelt und nicht wie bei einer herkömmlichen Festplatte um einen Magnetspeicher, der auch nach einem Löschvorgang die Daten physikalisch noch gespeichert hat und diese erst durch mehrmaliges Überschreiben verloren gehen.

Endgültges Fazit zum Flashdrive von SuperTalent

Viel ändert sich nicht an unserem Fazit des ersten Testteils. Die Performance ist im alltäglichen Arbeiten in etwa gleich, nur wenn es um große Datenmengen geht wird man noch nicht an die Performance herkömmlicher Festplatten herankommen. Doch dies ist sicher auch nur eine Frage der Zeit bis Flashspeicher noch höhere Lese-/Schreibraten erreicht und somit auch die Geschwindigkeit solcher Flash-Festplatten steigt. Der Fakt mit der Datenwiederherstellung ist sehr interessant. So kann man brisante Daten ohne große Vorkehrungen treffen zu müssen, bezüglich der Gefahr einer Wiederherstellung durch Dritte, einfach löschen. Alles in allem wird wohl diese Speichertechnik in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen und vielleicht früher oder später den herkömmlichen Magnetspeicher ablösen oder eine Co-Existenz (Zwitter-Lösungen, die ja bald in den Massenmarkt drängen werden) führen. Vor allem im Nootebookbereich werden wohl schon bald erste Modelle mit komplett aus Flashspeicher bestehenden Festplatten zu finden sein.