Desktop Tower RC-260 im Einsatz

Artikelbild - Media Desktop RC-260

Und wenn wir schon einmal dabei sind die Platzproblematik zu erwähnen, da versteht es sich wohl sicherlich von selbst, dass der CPU Kühler mit Bedacht gewählt sein muss. Andere Testberichte störten sich zum Beispiel daran, dass ein Kühler der Firma XYZ überraschender Weise nicht passte, obwohl dieser laut Datenblatt bereits 85mm hoch war. Wie soll ein solches „Ungetüm“ in einen Tower passen, der gerade 89mm hoch ist? Unser bewährterNorthQ Kühler passte aber genauso ausgezeichnet, wie auch ein anderes älteres Exemplar. Wer auf Nummer sicher gehen will, der wird wohl bei einem Besuch seines Lieblings-Computerhändlers nicht herum kommen, um bereits vor dem Kauf etwaige Kompatibilitätsprobleme aus dem Weg zu gehen. Ansonsten sollte man auf jeden Fall die Herstellerabmessungen sehr genau betrachten.

Überzeugt das RC-260 im Einsatz?

Der Einbau der Hardware ist leider durchaus kompliziert geraden. Im Grunde muss man das komplette Innenleben zuerst demontieren, um die einzelnen Hardwarekomponenten an den rechten Platz zu verbauen. Doch ist dies sofort ein deutlicher Minuspunkt? Wenn objektiv überlegt wird, welcher Einsatzzweck solch einem Gehäuse zu teil wird, muss man sagen es gibt definitiv wichtigere Bewertungsmaßstäbe als eine leichte Montage. Natürlich und das wollen wir an dieser Stelle auch noch einmal deutlich betonen, hätten wir auch lieber mehr Rändelschrauben oder gar eine Klipp-Montage gesehen, aber ein solches Gehäuse richtet sich sowieso an erfahrene Bastler.

Leider muss die Festplatte in eine Vorrichtung unterhalb des Laufwerkes untergebracht werden, aus welchem Grund man diese schlecht bis gar nicht entkoppeln kann. Also sollte bereits im Vorhinein ein sehr leises Modell ausgewählt werden, damit keine unnötigen Geräusche entstehen. Apropos die bereits vorhandenen Lüfter sind soweit leise, aber gerade im Wohnzimmereinsatz kann man auch hier noch ein wenig Optimierungsmaßnahmen betreiben. Allein die Befestigung mittels Gummischrauben sollte schon ein wenig Abhilfe gewährleisten. Der kleinere Ventilator wird von einem eingebauten Laufwerk zu einem gewissen Teil verdeckt und man kann diesen nicht ohne weiteres versetzen.

Ansonsten steht dem heimischen Wohnzimmer-PC mit diesem Gehäuse zunächst einmal die Tür weit offen.

Für einen unkomplizierten Einsatz empfehlen wir nach wie vor Microsoft Windows Media Center Edition als Betriebssystem und das obwohl wir bereits mit ein paar Linux Distributionen herum experimentiert haben. Dies bedeutet aber auch nur, dass wir dem Thema auch in Zukunft noch mehr Bedeutung zukommen lassen wollen, indem wir auch die Softwareschiene eines Wohnzimmercomputers ein wenig genauer beleuchten wollen. Doch vielleicht kann man ja dennoch auch sein herkömmliches Betriebssystem weiter verwenden:
Die mitgelieferte IR Fernbedienung und das erwähnte Display wurden jedenfalls auf eine ganz andere Software abgestimmt, die ggf. vollkommen ausreichend oder gar besser ist.

CM Media Desktop RC-260 Rückansicht
RC-260 Mainboard
RC-260 Fernbedienung

Die Fernsteuerung weißt eine Vielzahl von Tasten auf, die aber durchaus intelligent angeordnet sind. Der obere Bereich steuert alle Medien relevanten Dinge, also Start/Stop, Vor/Zurück und die normalen „Spulfunktionen“. Darunter befindet sich ein Steuerkreuz oder auch Mausersatz. Dieses wird durch einige wichtige Tasten á la: Umschalter (Maus/Tastatur), Menü, Windows, ergänzt. Mittig angeordnet befindet sich der Multi-Media Knopf, welche selbige Anwendung (iMON) öffnet. Diese „ermöglicht die Remote-Kontrolle von Festplatten und optischen Laufwerken wie DVD-Player/Brenner, CD-Rom, etc.“, wodurch „sich z.B. Diashows, TV, Media-Dateien wie MP3 und Co. anzeigen und abspielen“ lassen. Gerade der Musikplayer kann hier mit seiner Vielseitigkeit punkten, denn er versteht nicht nur MP3-Dateien, sondern auch Ogg Vorbis, WAV und WMA. Doch auch diese müssen nicht immer reichen und ob man eine FLAC oder MPC Funktion nachrüsten kann, haben wir leider nicht herausfinden können. Bei Bilddateien werden BMP, GIF, JPG, PNG und TIF als solche erkannt.
Wenn man es ganz genau nehmen möchte, ist es zuweilen möglich sämtliche PC-Funktionen, lediglich über dieses eine Eingabegerät zu bedienen. So kann sogar im Internet gesurft, was aber eine lange Übung erfordert; ein Touchpad oder eine richtige Maus empfinden wir nach wie vor als wesentlich komfortabler.
Ob nun Einem die Microsoft MCE oder die mitgelieferte Software besser gefällt, sollte jeder selbst entscheiden, testen schadet auf jeden Fall nicht!

Natürlich kann auch das Display von Hand eingestellt werden. So das es CPU, HDD oder verschiedene Multimedia Daten anzeigt. Bei einer aktivierten Internetverbindung kann man gar aktuelle Wetterfunktionen abrufen. Es bleibt also dem Anwender überlassen, ob er nur die gewohnte Uhrzeit oder die eigens definierte Dingen angezeigt bekommen möchte.

Wem bewusst ist auf welche Probleme man sich mit einem solch niedrigem Gehäuse einlässt, der kann quasi bedenkenlos zugreifen. Kompatibilitätsprobleme gibt es selbstredend einige, aber mit einer günstigen Hardwareauswahl stößt man nie auf unlösbare Probleme. Schade ist nur, dass der innere Aufbau nicht ganz zu dem sehr edlen Erscheinungsbild passt. Und in dem Bezug reden wir nicht von einer mangelhaften Verarbeitung, sondern eher von netten, modernen Kleinigkeiten, wie der Möglichkeit seine Festplatte entkoppelt einzubauen. Wer über solche „Nichtigkeiten“ hinwegsehen kann und alle anderen Ratschläge beachtet, erhält für etwa 179,90€ ein ausgereiftes Gehäuse, von einem bekannten Hersteller samt erwachsener Software. Gerade für eine Fernbedienung oder eine geeignete HTPC Software würden sonst noch zusätzliche Kosten anfallen, wodurch auch, der auf dem ersten Blick relativ hohe Preis gerechtfertigt ist.

Auf Grund der geringen Abmessungen und einem durchdachten Konzept, gepaart mit einer genialen Multimedia-Steuerung erhält das Gehäuse eine Redaktionsempfehlung.