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Kolumnen

Autor: Marvin Frommhold

Games Convention 2007 - Teil 1

veröffentlicht am: 24.08.2007




Rekorde über Rekorde lauteten die Schlagzeilen Jahr für Jahr zur Games Convention Leipzig und wieso sollte sich derartiges ändern? Zum Startschuss der diesjährigen Computerspiele-Messe konnten bereits die ersten verbucht werden; es gibt mit 503 Ausstellern aus 31 Ländern deutlich mehr als im Jahre 2006 (374 Aussteller/ 24 Länder) und diese belegen insgesamt 112.000m² Fläche, was einem Plus von etwa 25% entspricht. Doch was bietet sie dieses Jahr?

Diese Fragen wollen wir nun, zumindest im kleinen, für Euch beantworten. Denn wie jedes Jahr heißt es besonders dieses Jahr: Alles kann man einfach nicht entdecken und erleben. Dafür bietet die Messe einfach zu viel Entertainment.




Zu aller erst ein Paar Worte zur Messe selbst. Schon letztes Jahr hatte man angekündigt, viele kleinere und größere Dinge zu ändern, damit es für Besucher und Aussteller angenehmer wird. So war schon für letztes Jahr geplant, die Hallenaufteilung besser zu gestalten, die Gänge größer zu machen usw. Doch das hat leider beim letzten Mal noch nicht so gut geklappt. Doch diesmal scheint man es fast perfekt umgesetzt zu haben. Es gibt im Zentrum jeder Halle die zur Vorpressekonferenz angekündigten Chillout-Zonen, wo man mal kurz Ausruhen kann. Die Gänge sind deutlich breiter gestaltet und auch die Hallenverteilung ist nun nahezu ideal. Einziges Problem, doch das ist leider baulich fast nicht mehr zu ändern, sind immer noch die Röhrenzugänge von und in die Glashalle, hier kommt es immer wieder zu sehr hohem „Verkehrsaufkommen“.

Electronic Arts

Zuerst mal ein paar kleine Informationen zum Stand selber. Dieser ist in diesem Jahr vollkommen neu und basiert auf einer Art Cocoon, welcher symbolisch zur GC geöffnet wird und Geheimnisse im inneren freigibt, also die Neuerscheinungen. Entwickelt wurde das Konzept von Studenten der Kölner International School of Design.
Die Pressekonferenz begann gleich mit der Ankündigung eines großen Wandels bei EA. Man will in den nächsten Jahren verstärkt neue Zielgruppen ansprechen. Dieser Wandel steht unter den Mottos „Spiele für alle“ und „Einfacher als je zuvor“.
An dieser Stelle möchte ich kurz eine Aussage von Herr Thomas Zeitner (Geschäftsführer EA Deutschland) anzweifeln. Laut ihm sind auf der Erde 2 Milliarden Menschen „Ready to Play“. Das heißt, sie haben die Basis um Computerspiele zu spielen. Das kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Das wäre ja ca. ein Drittel der Weltbevölkerung – doch dabei haben gerade mal ca. 12% der Menschen einen Computer (Quelle: http://www.miniature-earth.com/), schon gar nicht erst einen, mit dem man aktuelle Games ausführen könnte. Von dieser Warte her kann ich nicht so richtig nachvollziehen, wie er zu dieser Aussage gekommen ist. Dies aber nur mal ein kleiner Einwand von mir am Rande.



Mit der neuen Strategie will man bis 2010 die Hälfte aller Bundesbürger zu Spielern machen. Schon heute haben etwa ein Drittel aller Deutschen Erfahrungen mit Computerspielen gemacht. Um dieses Ziel zu erreichen, will man von den bisher sehr komplexen und aufwendigen Spielen, welche sich vor allem an die sogenannten Hardcore-Gamer richten, hin zu leicht verständlichen Spielen, welche einen hohen Spaßfaktor bieten. So zum Beispiel „Smarty Pants – Das Besserwisserspiel“ (Nintendo Wii). Eine interaktive Quizshow, bei dem sich der Schwierigkeitsgrad der Fragen dem Alter der Teilnehmer anpasst, so dass Groß und Klein die gleichen Chancen haben und somit die Familie besser zusammenführt beim Spielen.



Als erstes wurde uns das Spiel „Skate“ vorgestellt. Viel lässt sich dazu nicht sagen. Es ist ein Skater-Spiel ähnlich wie die Tony Hawks Reihe, wird sicher ein paar „neue“ Features bieten, aber uns wurde nichts gezeigt, wo ich sagen könnte, das ist etwas besonderes. Danach wurde uns das neue „FIFA 08“ für die Playstation 3 vorgestellt. Dabei ist man besonders auf die neuen Möglichkeiten der Bewegungen und Tricks und vor allem auf deren Kombination eingegangen. Des Weiteren gibt es neue dynamische Kameraperspektive, welche nicht mehr das Feld von der Seite, sondern in Spielrichtung der eigenen Mannschaft zeigt. Die interessanteste Vorstellung war dann „Rock Band“ (XBOX 360, PS3). Dieses Spiel ist eine Art Symbiose aus Guitar-Hero und Singstar. Hier kann man in der fertigen Version mehr als 10 verschiedene Rockklassiker als komplette Band mit Schlagzeug, Gitarre, Bass und Gesang nachspielen. Und wie kann man ein solches Spiel besser vorstellen als eine Live-Performance des Songs „Are you gonna be my girl?“ von Jet. Wirklich beeindruckend muss man sagen. Damit endete auch die Konferenz.



Midway

Im Gegensatz zu den anderen stand bei Midway nicht „der neue“ Markt im Mittelpunkt. Man konzentriert sich bei Midway immer noch auf aufwendige und spektakuläre Spiele für den Hardcore-Gamer. Die haben es dann aber auch in sich. Allen voran „Unreal Tournament 3“. Mit über sieben Millionen verkauften Einheiten gehört die Unreal-Reihe zu den erfolgreichsten First-Person-Shooter-Franchises überhaupt. Durch die neue „Unreal-Engine 3.0“ bietet UT3 sensationelle Spezialeffekte und Animationen. Im Netz gibt es ja schon zahlreiche Videos zu dem neuen Blockbuster. Etwas neueres als diese Videos haben wir auch nicht zu sehen bekommen. Es wäre nur hervorzuheben, dass wieder ein leistungsstarker Editor zum Erstellen eigener Welten zur Verfügung steht, welcher einem diesmal die gleichen Möglichkeiten bietet wie den Entwicklern. Darauf hat man besonders viel Wert gelegt. Zu den Fakten lässt sich folgendes Sagen: Es wird mehr als 40 verschiedene Mutliplayer-Karten geben, 18 unterschiedliche Fahrzeuge, zahlreiche Mehrspieler-Modi, neu dabei der „Warfare“-Modus und eine packende Single-Player-Kampagne, somit ist auch was für Solo-Spieler dabei.
Danach wurde uns „John Woo presents Strangehold“ vorgestellt, die Fortsetzung des Action-Meisterwerks „Hard Boiled“. Das Spiel ist wie ein Action-Film aufgebaut und soll den Spieler auch in solch eine Atmosphäre versetzen, in dem man in die Rolle des Inspector Tequila schlüpft und sich durch die Gegend ballert und bombt. Durch die „Massive-D“-Physik-Engine kann man in dem Spiel nahezu alles zerstören. Außerdem gibt es eine sogannte „Tequila-Time“-Zeitlupenfunktion, welche am besten mit der aus Max Payne zu vergleichen ist.
Als letztes zeigte man uns „BlackSite“. Hier spielt man einen Elite-Soldaten und erlebt eine Alien-Invasion auf der Erde. Die Geschichte stammt von der „Gears of War“-Autorin Sarah O'Connor. Das Besondere in diesem Spiel ist die intelligente Benutzerführung. Eine kontextsensitive Teamsteuerung ermöglicht es, das gesamte Team mit nur einem Mausklick zu befehligen. Durch die Verwendung der „Unreal-Engine 3.0“ und der „Massive-D“-Physik-Engine wirken die abwechslungsreichen Schauplätze sehr realistisch. So reist man vom Kriegsgebiet Irak, über bedrohte US-Städte bis hin zur berühmten Area 51.



Doch auch bei Midway hat man den neuen Markt, welcher durch die Wii-Konsole neu definiert wurde, erkannt und bringt ein Party-Spiel mit dem treffenden Namen „Game Party“ heraus. Mit mehr als einem halben Dutzend verschiedener Spiele, wie Tisch-Eishockey, Darts, Jahrmarkt-Basketball usw. will man sowohl Gelegenheitsspieler als Vielzocker gleichermaßen befriedigen. Natürlich kommt auch hier wieder die intuitive Wii-Steuerung zum Einsatz. Damit war dann auch die Präsentation beendet.

Nintendo

Bei Nintendo herrschte eine sehr familiäre Pressekonferenz. Durch ein klein halten der Pressegruppe wirkte es insgesamt viel entspannter und des Weiteren war die Konferenz eine Führung über den gesamten Messestand und natürlich der Live-Präsentation der Neuerscheinungen.
Wie man besonders auf dieser GC 2007 zu spüren bekommt, gibt es einen großen Wandel
auf dem Computerspielemarkt. Wie schon bei EA erwähnt will man neue potenzielle Kunden gewinnen und Games allen Generationen zugänglich machen. Und da kommt Nintendo ins Spiel. Denn die sind quasi die Wegbereiter für diesen Trend gewesen und sind es auch immer noch und werden es auch noch eine ganze Weile bleiben :). Auch hier gibt es ein Motto, welches für die neue Strategie steht - „Touch! Generations“ So war dann auch der zweite Teil der Konferenz aufgebaut. Man ließ ein paar Zahlen und Fakten für sich sprechen.



Bereits 54% aller Gamer in Deutschland sollen über 40 Jahre alt sein. Als 22-Jähriger und den Erfahrungen aus meinem Umfeld kann ich mir das persönlich zwar nicht vorstellen, aber abstreiten will ich es genauso wenig. Es ist einfach nur eine faszinierende Zahl. Des Weiteren sind mehr als 50% aller über 30 Jährigen weiblich. Ebenfalls beeindruckend, schaut man sich doch auf der Messe um und wie immer sind 90% aller Besucher männlich ;). Auch was den Erfolg angeht, braucht sich Nintendo nicht zu verstecken. So war zum Beispiel das Spiel „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ über 12 Monate in der Top 3 der meistverkauften Spiele. Auch zeigte man eine Zusammenstellung der Top 20 der Verkaufscharts der Monate Januar bis Juli, wo insgesamt 16 Titel aus dem Hause Nintendo stammen! Auch bei den Marktanteilen braucht man sich nicht zu verstecken. So hat man bei den Hardware-Verkäufen einen Anteil von 65% und bei der Software von 22%, was die Nr. 1 unter den Publishern bedeutet. Keine Frage, Nintendo ist zur Zeit der Trendsetter im Videospiele-Sektor.
Im dritten Teil der Führung ging es um die sogenannten „Mii“s. Wer die neuen DS und Wii Spiele kennt, der kennt auch die kleinen Spielfiguren. Hier gibt man dem Spieler die Möglichkeit durch unzählige freie Kombinationen sich seinen eigenen persönlichen Avatar zu erstellen – den „Mii“. Und um diesen dann auch immer nutzen zu können, wenn man mit anderen spielt, kann man diesen auf den eigenen Controller speichern und hat ihn somit immer bei sich.
Nun ging es weiter zu „Big Brain Academy“. Wie auch der gleichnamige Titel für den Nintendo DS muss man hier viele verschiedene Denksport-Wettkämpfe bestehen. Dieser Titel gehört ebenfalls in die Reihe der „Touch! Generations“ und soll somit für jedes Alter geeignet sein, unabhängig von Geschlecht oder Spieleerfahrung. Vor allem durch den Einsatz der Wii Remote wird hier eine natürliche und intuitive Steuerung durch simple Handbewegungen ermöglicht.



Am Ende der Führung stand wieder mal ein neues, innovatives Spielkonzept - „Wii Fit“. In diesem Spiel wird kein Sport simuliert, sondern man muss selber Sport treiben. Durch das „Wii Balance Board“ (vorläufiger Name), ein Art Brett, welches mit Drucksensoren ausgestattet ist und im Kaufpreis enthalten sein wird, werden ganze Körperbewegungen auf die Konsole übertragen. Durch über 40 verschiedene Übungen wird man zukünftig im heimischen Wohnzimmer ins Schwitzen kommen. So wird man durch das Board Liegestütze, Kopfbälle und Yoga-Übungen machen. Eine weitere Übung, welche gezeigt wurde, war der Hula-Hoop-Hüftschwung. Man kreist seine Hüfte und dadurch kreisen auf dem Monitor die Ringe um den Avatar. In bestimmten Abständen werden einem neue Reifen zugeworfen, die man durch hinstrecken quasi auffangen muss. Ziel ist es, soviel wie möglich Umdrehungen der Reifen in einer vorgegebenen Zeit zu erreichen.
Insgesamt muss ich zugeben, dass Nintendo den Videospiele-Markt völlig neu definiert! Vor zwei Jahren hat noch niemand daran gedacht, dass man sich in naher Zukunft durch Videospiele körperlich und mental fit halten wird und kann!



Dies war der erste Artikel zur GC 2007, weitere werden sicher folgen. Versprochen! ;)



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